Ibrahim Maza von Bayer Leverkusen
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Ibrahim Maza muss lachen, als er von “Sky” mit seinem Spitznamen “Mazadona” konfrontiert wird. Teamkollege Patrik Schick ziehe ihn immer wieder mit dem Namen auf, den er in Anlehnung an den großen Diego Armando Maradona aufgrund seiner Darbietungen beim Afrika Cup mit Algerien erhalten hatte. Er selbst nehme den Vergleich mit Humor.
So wie er viele Dinge mit Humor zu nehmen scheint – Maza hat stets ein spitzbübisches Lächeln und einen lustigen Spruch auf den Lippen – trägt et Hätz op d’r Zung (das Herz auf der Zunge), wie man im Rheinland, Mazas neuer Wahlheimat, sagt.
Nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten arbeitete sich Maza kontinuierlich in die Mannschaft und darf sich heute mit Fug und Recht Unterschiedsspieler nennen. Mit seiner Stärke im Dribbling, seiner hohen Spielintelligenz als Zehner und dem gewissen Extra, das nur Ausnahmespielern vorbehalten ist, erinnert er bisweilen an Superstar Florian Wirtz.
Maza: Wirtz? “Dafür arbeite ich hart”
Und genau das hatten die Leverkusener Verantwortlichen sich erhofft, als sie sich Mazas Dienste frühzeitig sicherten. Der Youngster soll den im Sommer gen Liverpool abgewanderten Wirtz perspektivisch ersetzen, die enorme Lücke, die der DFB-Star hinterließ, eines Tages so intestine wie möglich füllen.
“Dafür muss ich noch sehr viel tun”, sagte Maza mit Blick auf seine anspruchsvolle Aufgabe in der Farbenstadt bei “Sky”. Grundsätzlich versuche er natürlich, eigene Fußspuren zu hinterlassen, aber “ich versuche an Florians Niveau heranzukommen. Dafür arbeite ich hart.”
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Ibrahim Maza wechselt von der Berliner Hertha unter das Bayer-Kreuz
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Eine Mentalität, die er von seinem Förderer Pál Dárdai in Berlin eingebläut bekam – und die offenkundig nicht immer auf Mazas Eigenschaftskärtchen stand. “Ich habe ihn genug in den Hintern getreten, damit er sich bewegt”, erinnerte sich Dárdai einst und ergänzte: “Ich habe ihm immer wieder eingetrichtert: Du bist von Gott mit einem Riesentalent gesegnet. Bitte bleib fleißig!”
Maza hielt sich dran, legte insbesondere körperlich zu, um auch in der Defensive zu überzeugen. Nun fährt er die Ernte für die harte Arbeit ein. Auch auf der größten Bühne des europäischen Klubfußballs – der Champions League. Gleich bei seinem Startelfdebüt in der Königsklasse gegen Benfica Lissabon (1:0) Anfang November wurde Maza – übrigens in damals ungewohnter Rolle als Sechser – zum Spieler des Spiels gekürt und von der UEFA ins Team der Woche aufgenommen.
Guardiola voll des Lobes – Top-Klubs stehen Schlange
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Ibrahim Maza glänzt für Algerien beim Afrika-Cup
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“Er ist ein absoluter Spitzenspieler”, schwärmte Frankreichs Ex-Nationalspieler Samir Nasri beispielsweise, die algerischen Medien feierten die “weltklasse” Spielübersicht und Technik des Leverkuseners, der eines Berichts der “Mundo Deportivo” zufolge während des Turniers von Scouts des FC Barcelona beobachtet wurde. Die Katalanen könnten jedoch schon zu spät dran sein, der renommierte algerische Sportjournalist Hafid Derradji von “beIN Sports” vermeldete jüngst, dass Atlético Madrid eine erste Offerte über 35 Millionen Euro abgegeben habe.
Ein Betrag, der in Leverkusen höchstens für ein müdes Lächeln sorgen dürfte, Maza ist bis 2030 an den Klub gebunden, eine Ausstiegsklausel ist dem Vernehmen nach nicht in seinem Vertrag verankert. Bei Bayer dürfte – auch im Falle höherer Gebote – kein Interesse bestehen, den potenziellen Wirtz-Nachfolger nach nur einem Jahr wieder herzugeben. Mazas Weggang würde hart ins Kontor schlagen, Ende Januar offenbarte sein verletzungsbedingtes Fehlen (Knieprobleme) nämlich schonungslos, dass ohne seine Kreativität in der Offensive kaum etwas bei der Werkself zusammenläuft. Maza ist Bayers X-Faktor- egal ob auf der Zehn, Acht oder Sechs.
Auch wegen Wirtz: Darum spielt Maza nicht für Deutschland
Ein derart flexibler Spieler hätte freilich auch dem DFB-Team intestine zu Gesicht gestanden, umso ärgerlicher aus deutscher Sicht, dass sich der gebürtige Berliner, der in seiner Jugend sämtliche deutsche U-Nationalmannschaften durchlaufen hatte, für das Heimatland seines Vaters entschied. Auch, weil ausgerechnet sein Leverkusener Vorgänger ihm vermeintlich im Weg stand.
“Deutschland hat großartige Spitzenspieler auf meiner Position. Es wäre sehr schwer für mich, dort zu spielen”, begründete Maza damals seinen Verbandswechsel und schob nach: “Auf dieser Position, mit Spielern wie Musiala, Wirtz und anderen, dachte ich, dass ich – rein sportlich betrachtet – bessere Chancen hätte, mit Algerien bei der Weltmeisterschaft zu spielen.”
Ein Platz im Kader Algeriens ist ihm spätestens seit dem Afrika Cup sicher, bei der WM treffen die “Wüstenfüchse” auf Argentinien, Österreich und Jordanien. Dann kann “Mazadona” den Erben Maradonas und der ganzen Welt zeigen, was er drauf hat.
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Quelle: Perform